Pokergewinne und Steuerfragen

Montag, 5. November 2012

Wer gerne online Poker zockt und dabei den einen oder anderen Erfolg verbuchen kann, stellt sich natürlich die Frage nach der Besteuerung. Schließlich soll es später kein böses Erwachsen geben, wenn etwa eine hohe Nachzahlung oder – ungleich unangenehmer – ein Strafbefehl ins Haus flattert. Hier nun die wichtigsten Informationen zum Thema.

Gewinne, die beim Pokerspiel erzielt werden müssen nach dem Einkommensteuergesetz nicht versteuert werden! Wie auch bei Einnahmen, die durch einen Gewinn bei der Lotterie entstehen, sieht der Gesetzgeber keine Abgaben vor. Glücksspiel ist grundsätzlich steuerfrei. Soweit die gute Nachricht für alle, die gelegentlich ihr Glück beim Poker versuchen.

Ein Vertragsspieler hingegen, der zum Beispiel von einem Anbieter von Online – Poker ein festes Gehalt bezieht, muss natürlich Steuern ableisten. Hier kommt dann das gewöhnliche Einkommenssteuergesetz zum Tragen, da ein Vertragsspieler seinen persönlichen Unterhalt aus dem Pokerspiel bestreitet. Das ist unbestritten und kann auch nicht angezweifelt werden.

Allerdings sind die Finanzämter mittlerweile zu der Ansicht gelangt, dass Spieler, die häufige Gewinne erzielen, eigentlich als Gewerbebetrieb anzusehen sind. Steuern können demnach auch ohne entsprechende Anmeldung erhoben werden – das ist die schlechte Nachricht. Clevere Anwälte argumentieren jedoch, dass Pokerspielern zunächst einmal die Gewinnabsicht fehle. Glücksspiel ist in der BRD verboten, ebenso wie Drogenhandel oder Schwarzarbeit, wird aber trotzdem besteuert. Freilich gibt es zu diesem Thema bisher keinen gültigen Gerichtsbeschluss, die Betroffenen bewegen sich demnach in einer – ungeklärten – Grauzone.

Wer jedoch Steuern zahlt, darf natürlich auch seine Kosten veranschlagen: Hotelaufenthalten, Kosten für Reisen und andere Aufwendungen können geltend gemacht werden, was allerdings nicht für buy – ins gelten mag. Schließlich stellen Casinos kaum Quittungen aus und selbst bei Cashgames gibt es so gut wie nie irgendwelche handfesten Nachweise.

Seiten wie Hendon Mob Database erlauben den Steuerbehörden die Einsicht, so ist den Gewinnen von Spielern auch leicht auf die Spur zu kommen. Die Ämter ignorieren dabei jedoch den Umstand, dass nur Gewinne, aber keine Eintrittsgelder oder ähnlich aufgeführt sind. Online-Gewinne sind zudem recht schwierig nachzuweisen, ein Vorteil für alle Zocker, ganz sicher. Trotzdem tauchen Gewinne natürlich auf den zugehörigen Konten der Spieler auf, sie sind damit einsehbar und hin und wieder bietet auch ein Mitarbeiter solcher Online – Anbieter, ganz frech, den Behörden gegen Bezahlung Informationen über Steuersünder an.

Deshalb kann eine Selbstanzeige durchaus sinnvoll sein – aber nur, wenn wirklich regelmäßige Einkünfte aus dem Poker erzielt werden! Ein Gespräch mit einem Anwalt kann da wirklich helfen. Wer nur ab und zu gewinnt, braucht eine echte Verfolgung nicht zu fürchten. Wer einen Steuerbescheid bekommt, geht am besten zum Anwalt, der hat meistens die bessere Einsicht und kann effektiv helfen. Schließlich gibt es Fristen und Vorlagen, an die sich zu halten ist, wer das ignoriert, kann schnell großen Ärger bekommen. Der ganze schöne Gewinn geht dann vielleicht flöten und das Einlegen von Rechtsmitteln ist zudem immer sinnvoll, bevor Urteile oder gar Vollstreckungsbescheide wirksam werden. Pokerspieler bewegen sich zwar mit ihren Aktionen immer noch im Ungefähren, eine sehr aufmerksame Behörde kann jedoch große Probleme verursachen, an die beim spannenden Duell im Internet gar nicht gedacht wird. Das muss nicht sein, schließlich soll doch der Gewinn auch einer bleiben!

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