Zur Geschichte des Pokers, Teil 1

Sonntag, 12. Augustus 2012

Poker in der Variante Texas Hold´Em wird heute überall auf der Welt gespielt. Es gibt über das ganze Jahr verteilte Turniere wie die World Series of Poker, bei der sich die besten Zocker messen, um die ganz großen Gewinne abzusahnen. Da geht es um Millionen von Dollars, die großen Hauptstädte mit ihren Casinos und Fünf-Sterne Hotels sind Schauplatz für denkwürdige Duelle.

Wer freilich nach der Geschichte dieses spannenden Spiels fragt, ist oft erstaunt, auf welche lange Historie Poker eigentlich zurückblicken kann.

Auf der Suche nach den Ursprüngen verweisen Historiker manchmal auf das Kartenspiel „As Nas“, welches im alten Persien rege Verbreitung fand. Jedoch sind diese Annahmen falsch, vielmehr gelten das deutsche „Poch“ beziehungsweise das französische Poque als sehr frühe Vorläufer des heutigen Pokerspiels. Darüber lässt sich auch das im 16. Jahrhundert erfundene und damals sehr populäre, spanische Primero (im Italienischen Primiera und im Französischen Prime bezeichnete) als Ursprung identifizieren. Regeln, Ablauf und Strategie sind dem heute verbreiteten Texas Hold´Em durchaus verwandt. Zudem ist es auch kein Wunder, wenn zudem noch die strukturell ebenso ähnlichen Kartenspiele namens Brag (englisch) und Bouillotte (französische) als weitere Vorläufer gelten. Zugegeben, die genaue Wurzel lässt sich kaum mehr finden, doch bleibt es mittlerweile gängiger Konsens, dass die die genannten Spiele allesamt zum modernen Poker führten.

Poch zu deutsch und Poque zu französisch leiten sich vom simplen Verb pochen her, im Englischen heisst dies poke. Es bezieht sich in jedem Fall auf das dem Poker typischen Klopfen oder auf den Tisch pochen, woraus sich im Laufe der Jahre der Name Poker entwickeln konnte. Konkret nachweisen lässt sich diese Bezeichnung erstmalig für das Jahr 1836.

Französische Kolonisten und Siedler brachten zum Ende der 1820er Jahre das Pokerspiel über New Orleans in die Vereinigten Staaten von Amerika. Damals spielten die maximal vier Teilnehmer noch mit 20 Karten und setzten dabei auf die jeweils beste Hand. Schnell verbreitete sich die Zockerei in den Staaten, vor allem der Mississippi mit seinen Fähren und Frachtrouten diente als Ausgangs- und Weitergabeort. Dort pokerten Passagiere und Matrosen auf ihren langen Fahrten, um die Zeit zu überbrücken und vor allem, um durch gewagte Moves die eigenen Finanzen aufzubessern. Dieser beinahe als Hype zu bezeichnende Überschwang führte bereits 1834 zu einer eindringlichen Warnung durch Jonathan E. Green, der schriftlich vor diesen „Schummeleien“ warnte. Viele Siedler würden sich um Kopf und Kragen und Vermögen spielen, eine Diagnose, die ganz sicher als Sorge über eine sich entwickelnde Spielsucht zu verstehen ist.

Schnell eroberte Poker den Osten der USA. Als zur Mitte des 19. Jahrhunderts in den westlichen Landesteilen der berühmt – berüchtigte Goldrausch ausbrach, nahmen viele Siedler ihr Gepäck und wanderten in Richtung Pazifik. Mit im Gepäck: Das Pokerspiel. Es fand rasante Verbreitung und so mancher Neureiche hat gewiss das durch Goldfunde erworbenen Vermögen schnell wieder am Pokertisch verloren. Sicher hängt der Erfolg des Pokers in den USA auch damit zusammen, dass in der damaligen zeit viele Glücksritter und Neureiche das Land bevölkerten, die Lust am Zocken also gewissermaßen in der Luft lag.

Um 1850 herum erweiterten sich zudem die Regeln des Spiels. Nun war es möglich, auch Karten zu tauschen, schlicht um das Poker beweglicher, schneller und spannender zu machen. Mehr Geld war außerdem im Spiel, was den Reiz noch erhöhte. Nur wenige Jahre später kamen die Straße (Straight) und der Flush als mögliche Kombinationen hinu – das moderne Texas Hold´Em war endgültig aus der taufe gehoben.

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