Zur Geschichte des Pokers, Teil 2

Freitag, 31. Augustus 2012

Poker war zunächst ein Spiel, an dem höchstens vier Mitspieler sich beteiligten. Sie stritten sich um den Sieg aus 20 Karten, setzten auf die beste Hand und blufften sich gegenseitig. Schnell fand diese ursprüngliche Variante neue Ergänzungen und Erweiterungen. Abgeleitet vom Verb „pochen“, das einen engen Bezug zum Klopfen aufweist und das im Englischen „to poke“ heisst, entstand schließlich der heute geläufige Name „Poker.“

Varianten

So entstanden viele unterschiedliche Varianten des Spiels während des Amerikanischen Bürgerkrieges. Zwischen 1861 und 1865 kamen Versionen wie Stud Poker oder Draw Poker auf, die rasch rege Verbreitung fanden. Auch die Straße, also die Straight-Hand, hat ihren Ursprung in diesen Jahren.

Neben diesen älteren Formen gilt die eigentliche „Hold´Em“ – Spielweise als recht junge Version. Auch als „Spit in the Ocean“ bezeichnet, bezieht sich diese Namensgebung als Poker-Variante mit Community Cards auf das Hold´Em, nicht selten heißt das Spiel deshalb auch Spit Poker. Allerdings steht Spit in the Ocean eigentlich dem Five Card Draw näher, einem klassischem Verfahren, das mit dem heute gespielten „Texas Hold´Em“ eher wenig gemeinsam hat. Erst 1983 (!) findet sich eine nähere Beschreibung der modernen Version, damals hieß es schlicht und einfach „Omaha.“ Seit den späten 1990er Jahren erlebt Poker nun vor allem als „Texas Hold´Em“ einen Boom, auch, weil, die meisten Casinos diese Version mit ihren Regeln bevorzugen. Mittlerweile gilt es als die echte und einzige Königsdisziplin – und findet wohl auch deshalb weltweit so viele begeisterte Spieler.

Poker als Freizeitvergnügen der Massen

Mit dem Aufkommen der World Series of Poker zu Beginn der 1970er Jahre wurde Poker als Glücksspiel erst richtig berühmt. Zwar zockten es zu diesem Zeitpunkt schon viele Spieler, und dies seit mehr als einem Jahrhundert, die Bedeutung als Massenereignis nahm das Spiel erst durch die Turniere. Auch die Medien hatten darauf einen Einfluss, finden die Übertragungen der einzelnen Veranstaltungen doch regelmäßig im Fernsehen statt. Diese Präsenz erhöhte zudem das strategische Element. Vorher stand eher der Aspekt des Glücksspiels im Vordergrund.

Im Jahr 2003 gewann schließlich der weitgehend unbekannte Amateur Chris Moneymaker die World Series of Poker und setzte dadurch einen Boom in Gang, der bis heute anhält. Zugleich erweiterten sich die Möglichkeiten der Teilnahme an Spielen rund um den Globus durch die Verbindungen des Internets. Online-Poker wurde überall populär. Gerade in europäischen Ländern entschließen sich immer mehr Menschen, ihr Glück im Spiel zu versuchen, obwohl dort das Poker keine so feste Tradition aufweist wie in den USA. Zahlreiche Sendungen befassen sich mit dem Spiel, es gibt Live-Übertragungen von Turnieren und auch jede Menge Klamauk wie die TV-Total – Pokernächte, die einzig als Show und für die entsprechenden Einschaltquoten produziert werden.

Seinen schlechten Ruf als betrügerisches Glücksspiel konnte Poker zwar nie ganz ablegen, doch gilt es mittlerweile als eine Art Volkssport. In seinen Anfängen war dies noch völlig anders. Im 19. Jahrhundert machten es sich Profis zu eigen, das Spiel anderen beizubringen, diese dann aber nach Strich und Faden auszunehmen. In der Regel waren die Profis natürlich viel besser als die Anfänger und es fiel ihnen leicht, entweder zu betrügen oder schlicht durch ihre Erfahrung den Sieg zu erringen. Psychologisch wie taktisch ist es nämlich ein leichtes, die Gegner, zumal die kaum erfahrenen, zu verunsichern und dadurch zu besiegen.

Nur die wirklich guten Spieler wissen, wann sie eine Hand ausreizen – und wann nicht. Trotzdem gelten Pokerrunden in der überwiegenden Mehrzahl als durchaus freundschaftlich – höfliche Duelle, in denen die Teilnehmer ihre Fähigkeiten messen können. Dazu trägt der mittlerweile fast öffentliche Charakter solcher Turniere bei.

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