Grundlegende Pokerstrategien – die Einsätze bei No Limit Holdem

Erfahrene Pokerspieler konzentrieren sich in der Regel auf die No Limit Variante, da hier erweiterte Spieltechniken greifen und in jeder Hand die potentielle Möglichkeit besteht, den gesamten Stack des Gegners an sich zu reißen. Die Höhe der gewählten Einsätze ist bei dieser Variante sehr wichtig und kann dafür sorgen, ob man nach der Runde als Gewinner oder Verlierer den Tisch verlässt.

Bei vielen Anfängern ist es der Fall, dass sie ihre Einsätze falsch wählen. Haben sie eine schwache Hand, neigen sie dazu keine Einsätze zu tätigen oder gar nur zu callen. Wenn sie allerdings eine starke Hand halten, dann setzen sie die Höhe der Einsätze meist viel zu hoch an, so dass erfahrene Spieler gleich erkennen, wo sie stehen. Die Spieldynamik bei einer Partie No Limit Holdem unterscheidet sich enorm der von Limit Holdem und somit sollten auch die Einsätze in jeder Runde strategisch getätigt werden. Es sollte Teil einer jeden Pokerstrategie sein, die Einsätze überlegt zu tätigen, so dass die anderen Spieler am Tisch es schwer haben, die Stärke der eigenen Hand einschätzen zu können.

So gilt es zum einen das Spiel genau zu beobachten und zum anderen einen Read auf einen Gegner zu erlangen. Wenn man der Meinung ist, dass der Gegner eine schwächere Hand hat als man selbst, wäre es eine falsche Vorgehensweise den Gegner mit zu hohen Einsätzen aus dem Pot zu vertrieben. Hier gilt es, die Gewinne zu maximieren und den Gegner mit kleineren Einsätzen sozusagen “an der Stange zu halten”. Das Lesen der Gegner ist eine wichtige Fähigkeit die dabei helfen kann, die Einsätze geschickt zu wählen. So kann man gegen aggressivere Spieler ruhig höhere Einsätze tätigen und versuchen, diese so weit zu reizen, bis sie von selbst All-In gehen.

In Lehrbüchern wird häufig empfohlen, dass man vor dem Flop mit guten Karten eine Erhöhung zwischen 3.5 und 4 BB durchführt. An diese Regel sollte man sich halten und eine konstante Erhöhung durchführen, so dass die Gegner keine Gelegenheit erhalten, die Stärke der Hand einschätzen zu können. Gerade bei passiven Spielern sollte man ebenfalls darauf achten, dass man diese nicht mit zu heftigen Erhöhungen aus dem Pot drängt. Diese Spieler neigen dazu schnell aus dem Pot auszusteigen, wenn sie eine schwache Hand haben. Hier macht es Sinn, nur eine kleine Erhöhung durchzuführen, die dem Gegner aufs erste nicht weh tut und als günstig betrachtet wird, um die nächste Karte zu sehen. Auf der anderen Seite sollte man darauf achten, dass man es den Gegnern nicht zu einfach macht, denn mit jeder neuen Karte die aufgedeckt wird erhält der Gegner die Chance, ihre Hand zu schlagen.

Aus diesem Grund sollte man die Einsätze auch entsprechend der Flop-Textur anpassen. Wenn das Board gefährlich aussieht und viele Straßen oder Flushes möglich sind, so sollte man die Einsätze doch höher gestalten, so dass der Gegner sich überlegen muss, ob es rentabel ist den Einsatz mitzugehen. Im Laufe der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, welche Gegner man mit welchen Einsätzen begegnen sollte und kann somit zu einem besseren Pokerspieler werden.