Tipps und Tricks: Texas Hold´em, Teil 2

Auf der Suche nach der richtigen Strategie ist das Beherzigen einiger Tricks sicher sinnvoll. Poker besteht nicht nur aus Erfahrung, auch wenn diese sicher eine der wichtigsten Grundlagen darstellt. Da es bei diesem Spiel keine unendlich vielfältigen Varianten gibt, sondern vielmehr bestimmte Konstellationen und Spielertypen immer wieder auftauchen, ist das Auswählen der gerade passenden Taktik ganz entscheidend.

Wer zum Beispiel anfangs ein eher niedriges Paar auf der Hand hat, sollte Vorsicht walten lassen: Gerade Paare zwischen 2 und 6 sind gefährlich, sie werden bei einem möglichen Showdown leicht durch andere Hände überboten. Deshalb ist es ratsam, den Einsatz mit niedrigen Paaren nur zu wagen, wenn der Pot und der Preis wirklich stimmen. Bringt der Flop keinen Drilling oder noch besser, einen Vierling, ist das Aussteigen fast immer die beste Wahl. Bringt der Flop die Kombination jedoch, ist das Spiel noch längst nicht gewonnen (außer beim Vierling, der sehr oft zum Sieg reichen dürfte). In diesem Fall: Langsam zocken! Erst die Aussicht auf eine Straße oder einen noch höheren Flush ist wirklich lohnenswert. Dann wird ein aggressives Spiel sehr oft belohnt, warten doch die anderen Spieler meist nur auf den Turn und den River. Sie neigen bei einem aggressiven Spieler, der schon nach dem Flop sich groß engagiert, zum Aussteigen oder zum übertriebenen Risiko!

Es mag absurd klingen, ist aber ein echter Trick: Gelegentlich ist ein offener Bluff Gold wert! Merken die Mitspieler, dass jemand blufft, werden sie das immer wieder vermuten – auch wenn es bei anderen Runden überhaupt nicht der Fall ist! So bleibt der Bluffer immer unberechenbar und kann die anderen schnell besiegen, etwa, wenn sie mit schwachen Blättern meinen, mitgehen zu können. Wer dann eine super Hand aufweist, erringt den Sieg. Zwar geht durch einen offenen, durchschaubaren Bluff immer mal etwas Geld verloren, strategisch jedoch bringen diese kleinen Niederlagen nicht selten den Gesamtsieg.

Wahrscheinlichkeitsrechnung. Noch aus der Schule bekannt? Spielt beim Poker durchaus eine tragende Rolle. Wie hoch ist zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit, ein Blatt wirklich durchspielen zu können? Profis rechnen ihre Chancen nicht selten in Sekundenschnelle durch – und sind damit oft auf der sicheren Seite. Es gilt zu bedenken: Besteht Aussicht auf eine Overcard? Wie hoch ist die Chance auf eine passende Karte beim Flop?

Auch kann es sich immer lohnen, gegen ein Ass zu wetten. Bringt der Flop eher schlechte Karten, lohnt sich sich eine Wette gegen den Gegner. Viele Spieler hoffen auf gleichfarbige Karten, andere hingegen warten immer nur auf irgendwelche Paare. Unsinn! Sogar völlig lächerliche Blätter werden gespielt, stets in der Hoffnung, irgendein Zufall würde die richtige Kombination hervorzaubern. Schlechte Player schauen vorrangig auf ihr eigenes Blatt und vergessen, dass es beim Poker um das Besiegen des Gegners – und dessen Blätter – geht. Ein Over-Paar etwa wird nur wenige Spieler zum Einsatz reizen. Leicht verdientes Geld!

Und zum Schluss: Spieler, die immer mit hohen Beträgen agieren, haben meistens gar keine Ahnung vom Spiel. Sie versuchen zu provozieren und dies am laufenden Band. Wer selbst kein gutes Blatt hat, sollte eine Konfrontation mit diesen Amateuren lieber meiden und sie später im richtigen Moment vernichtend schlagen.